Firmen- & Familienchronik

Wilhelm Meyn I

Der Steinmetzbetrieb der Familie Meyn wird in der 4. Generation betrieben und hat seine Wurzeln als Wilhelm Meyn in St. Dionys geboren wurde.

Wilhelm Meyn begann nach seiner Hochzeit mit Dora Barge aus Himbergen dort 1896 mit der Ausübung seines Handwerks, dass er beim Steinmetzmeister " Ernst Meyer" in LÜneburg erlernt hatte, bevor er seinen Betrieb nach Bevensen umsiedelte. Dort zog der Betrieb mehrmals um, bevor das Grundstück des Brauereibesitzers Gade im Krummen Arm Nr. 8 erworben wurde und der Steinmetzbetrieb 1905 eingeweiht wird. Dieser Standort sollte 91 Jahre lang der Herstellung und Beschriftung von Grabsteinen aller Art dienen, denn hierauf hatte sich der Handwerksbetrieb spezialisiert. Schon frühzeitig wurden 2 Gesellen beschäftigt und die Grabsteine mit Pferd und Wagen sogar bis in die heutigen Nachbarlandkreise Lüneburg und Lüchow- Dannenberg geliefert.

die alte Steinmetzerei

1898 wird Wilhelm Meyn, Junior geboren, der besser unter dem Namen " Hans" Meyn bekannt war. Auf diesen Namen hatte ein Patenonkel bestanden, so dass diese diplomatische Lösung gefunden wurde. Jedoch zeichnete dieser bei Unterschriften immer rechtmäßig mit Wilhelm Meyn. Später, 1906 wird sein jüngerer Bruder Friedrich „ Friedel“ Meyn geboren.

Zeitweise war die Ehefrau des Firmengründers Dora Meyn gezwungen, den Handwerksbetrieb zu führen, da der Ehemann und Sohn Hans im 1. Weltkrieg eingezogen waren.

Nach dem 1. Weltkrieg war die wirtschaftliche Situation der Handwerksbetriebe schwierig, denn die Entwicklung des Kunststeins sowie Friedhofsreformen schlugen sich im Verkauf von immer weniger Grabsteinen nieder und führten zu Umsatzeinbußen von bis zu 30%.  In den „Goldenen Zwanzigern“                   (1924-1929) stieg die Nachfrage allerdings nach Natursteinen wieder an, sank aber mit der Inflation

ins Bodenlose. Viele Steinmetzbetriebe mussten ihre Tore schließen.

 

Wilhelm Meyn II "Hans"

Hans“ Meyn kam verletzt aus dem 1. Weltkrieg zurück. Ein Gasangriff in Verdun hatte ihm schwer zugesetzt. Im Handwerksbetrieb arbeiteten bereits fünf Gesellen und dieser wurde durch ständige Neuanschaffungen von Maschinen der Zeit gerecht. So wurde eine Stein-Gatter-Säge zum Aufsägen von unbearbeiteten Findlingen, die hier im Gebiet der Endmoränen zahlreich vorhanden waren, angeschafft.  Dazu kamen Schleifmaschine und ein Sandstrahlgebläse. Mit dieser Ausrüstung war es möglich den handwerklichen Aufwand zu beschleunigen. Die vorgesägten Oberflächen konnten nun durch Einsatz der Schleifmaschine geschliffen und poliert werden. Und die körperliche aufwendige Arbeit des Schrifteinbringens mit Schrifteisen und Hammer konnte durch das maschinelle Einblasen von feinem Sand erleichtert werden.

Hans-Benno Meyn

 

Parallel dazu eröffnet 1926 Wilhelm Meyn einen Filialbetrieb in der Groß Liederner Strasse 24  in Uelzen , der später von seinem 2. Sohn Friedel Meyn weitergeführt wurde und bis heute noch als eigenständiges Unternehmen „ Michael Meyn“  arbeitet. Während der Gründer dem Betrieb in Uelzen vorstand, leitete sein Sohn „ Hans“ Meyn mit seiner Ehefrau Elsa das Geschäft in Bevensen. Dieser übernahm 1935 das Geschäft als Eigentümer. Die 3. Generation war zu diesem Zeitpunkt schon geboren, mit Hans-Benno Meyn, der 1928 das Licht der Welt erblickte und seinem jüngeren Bruder Wilhelm, geboren 1936. Beide treten in die Fußstapfen ihrer Vorfahren und erlernen im großväterlichen Betrieb das Steinmetzhandwerk.

 

Hans-Benno Meyn ging nach der Lehrzeit ( 1946 -1948) und Abschluss der Gesellenprüfung auf Wanderschaft, um weitere Betriebe und Bearbeitungsverfahren kennenzulernen. Nach dem Besuch der Steinmetz- und Bildhauerschule in Königsluther legte er 1960 die Meisterprüfung ab und pachtete 1964 von seinem Vater „ Hans“ den Handwerksbetrieb, dessen Übergabe 1980 erfolgte.

 

Sein Mut und seine Risikobereitschaft neue Wege einzuschlagen begleiten ihn während seiner gesamten Firmenführung. So eröffnet er Ende der 60 Jahre in Bevensen eine Ausstellung handwerklicher Grabmale und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich, was hohe Anerkennung in der Fachwelt fand. Dazu gehörte neben der Landeskirche Hannover auch die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. unter der Leitung des Oberlandeskirchenrates.

Wurden inzwischen neben Sandsteinen auch Granite aus Skandinavien zum üblichen Werkstoff für Grabdenkmale verarbeitet, blieb für Hans-Benno Meyn der Findling als Stein seiner Heimat stets beliebt. Dies spiegelt sich seitdem auch im Logo der Firma, einem stilisierten Hügelgrab, wieder. Wenn er einen geeigneten Findling auf Acker und Flur gesichtet hatte, verhandelte er mit dem Bauern über den Preis. Häufig konnte ein Findling – je nach Größe - in mehrere Teile gesägt und im Anschluss poliert werden. Erst durch die Politur kommt die eigentliche Schönheit und Farbgebung des Materials zum Vorschein. Eine Tranche stand dem Bauern zu, die anderen Stücke wurden je nach Verhandlungsgeschick dem Verkauf zugeführt.

 

So spezialisierte sich der Steinmetzmeister auf den Aufkauf und Handel mit Findlingen.  Dazu wurde 1970 sogar ein Handelsgeschäft eröffnet. In Ermangelung ausreichender Stückzahlen, bemühte sich die Firma um neue Einkaufsquellen. Der natürliche Weg, den auch die Findlinge einst  zurückgelegt hatten, wurde gewählt um in Dänemark ein geeignetes Unternehmen für den Einkauf zu finden. Nach kurzer Zeit verfügte die Firma über das Alleinverkaufsrecht sämtlicher Produkte dieses Unternehmens für die Bundesrepublik und West-Berlin.

 

Neben Hans-Benno Meyn, arbeitet auch sein jüngerer Bruder Wilhelm im Betrieb als Schriftzeichner.

Dass die Entwicklung dieses Bevenser Traditionsunternehmens ständig aufwärts ging, ist auch ein Verdienst der langjährigen und treuen Mitarbeiter.  Wilhelm Meyn, der Bruder von Hans-Benno Meyn, hat mehrere Jahrzehnte in diesem Unternehmen gearbeitet.

 

Lutz-Bernd & Susanne Meyn

Nach der Hochzeit von Hans-Benno und Gertrud Meyn, schien die Nachfolge durch die Geburt der Zwillinge Hans-Benno und Lutz-Bernd Meyn 1960 frühzeitig gesichert. Hans-Benno jun. erlernte den traditionellen Beruf und bereitete sich auf die Meisterprüfung vor als er im Februar 1984 bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Sein Zwillingsbruder Lutz-Bernd, der Bankkaufmann gelernt hatte, schulte nun zum Steinmetz um. Damit bleib der Betrieb weiterhin in familiärer Hand. Auch der jüngere Bruder Christian, 1966 geboren, erlernte den Beruf des Steinmetzes im Fichtelgebirge bei der Firma Vates-Granit - wie auch schon seiner Brüder vor ihm - und setzte die Tradition der Familie fort, seinen Bruder im Betrieb zu unterstützen.

Eine neue  Fläche für die Grabsteinausstellung wurde in der Wiesenstraße bei „Stuhlmachers“ gefunden. Moderne Grabsteine, die inzwischen aus Steinbrüchen überall auf der Welt importiert werden, fanden hier und auf weiteren Verkaufslagern ihren Platz.

 

Eine Verkaufsstelle in Adendorf, direkt am Friedhof wird Mitte der 70er Jahre eröffnet und die Firma Arno Müller in Lüchow wird übernommen ( 1994 von seinem Sohn Manfred Müller zurückgekauft).

Als 1989 die Grenze, die Deutschland in zwei Teile getrennt hat, fällt, werden weitere Mitarbeiter aus den neuen Bundesländern, die nach Arbeit suchen, beschäftigt.  Durch diese animiert, kommt der Unternehmergeist des Hans-Benno Meyns  erneut in Fahrt und es werden ein Geschäft in Stendal am Friedhof und eine weitere Betriebsstätte in Salzwedel „An der Flora“ eröffnet. Hier führen die beschäftigten ortsansässigen Steinmetzen die Schrifthauerarbeiten, sowie Beratung und Verkauf eigenständig durch. Ihrem Einsatz und ihrer Kompetenz, als auch ihrer Kenntnis der regionalen Besonderheiten ist es geschuldet, dass diese Geschäftstellen seit nunmehr fast 20 Jahren erfolgreich arbeiten.

Das Grundstück im Krummen Arm wird zu klein, da kommt die Ausschreibung eines neuen Gewerbegebietes „ Kurze Bülten“ direkt am Friedhof zur rechten Zeit.  Vater und Sohn entscheiden kurzerhand ein 5000 qm großes Grundstück zu erwerben.

Eine Werkhalle mit entsprechender maschineller Ausrüstung, in der z.B. Einfassungen und Grababdeckungen aller Art auf Maß für die Filialbetriebe gefertigt werden können, eine moderne Schrifthauerei, Sozial- und Büroräume werden gebaut. Der Betrieb wird 1997 umgesiedelt und eine großzügige Ausstellung aller Grabmale und, natürlich auch Findlingen, wird angelegt.

 

Der Seniorchef Hans-Benno Meyn betreibt den Betrieb mit seinem Sohn Lutz-Bernd  fortan zusammen und übergibt ihn 2012 komplett an ihn.

 

Lutz-Bernd Meyn lebt mit seiner Frau Susanne, die ihn  im Büro unterstützt, und mit seinen 2 Kindern auf dem Betriebsgelände. Weiterhin hält er bei der Firmenbezeichnung an dem Namen seines Vaters für das Unternehmen „ Hans-Benno Meyn“ fest und führt auch das Firmenlogo weiter.

 

Trotz aller modernen Maschinen und computergestützten Vorrichtungen bleibt der handwerkliche Aspekt und das gestalterische Auge, sowie die kunsthandwerklich geschulte Hand des Steinmetzes das A und O des Berufstandes. Ziel ist es, ein individuelles Denkmal als eine würdige Erinnerung für einen Verstorbenen zu gestalten. Schließlich ist dies doch über die Zeit zu einem wesentlichen Ausdruck unserer Trauerkultur geworden.

 

Das Ehepaar Meyn beschäftigt auf dem Betriebsgelände in den „Kurzen Bülten“ zur Zeit 7 Mitarbeiter. Weitere 9 Mitarbeiter arbeiten in den übrigen Außenstellen des Unternehmens. Dank ihres Einsatzes und ihrer Kompetenz hat das Unternehmen bisher flexibel auf alle notwendigen Veränderungen, die durch Wandel im Friedhofs- und Bestattungswesen erforderlich sind, reagieren können und hofft auch weiterhin die Kundenwünsche erfolgreich bedienen zu können.

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© Hans-Benno Meyn Natursteinbetrieb e.K. Inh. Lutz-Bernd Meyn